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  1. Gedenkstättenfahrt nach Treblinka

Die Stolpersteine in Sadowne

Die Stolpersteine in Sadowne

Die Stolpersteine in Sadowne

Im Rahmen der diesjährigen Gedenkstättenfahrt nach Treblinka in Polen waren wir am 13.10.2026 in Sadowne bei der Zeitzeugin Frau Grazyna Olton, die von ihrer Familiengeschichte berichtete. Sie ist die Enkelin von Marina und Leon Lubkiewicz. Die beiden lebten in Sadowne in der Hausnummer 17a. Dort betrieb Leon Lubkiewicz eine Bäckerei. Er und seine Frau Marina hatten drei Kinder: Stefan, die zum Zeitpunkt des Geschehens noch minderjährige Tochter Irena und Stanislaw, der ebenfalls Bäcker war und getrennt von seinen Eltern lebte. Irena ging heimlich zur Schule, was damals im besetzten Polen verboten war. Auf dem Heimweg wurde Irena von deutschen Soldaten angehalten und gefragt, wo sie war. Sie sagte, sie sei bei Freunden gewesen, aber das glaubten die Deutschen nicht und hatten die Familie jetzt genauer im Blick. Dazu kam, dass Familie Lubkiewicz Juden, die aus den umliegenden Ghettos oder von den Transporten dorthin geflohen waren, mit Brot versorgte und damit ihr eigenes Leben gefährdete. Am 13. Januar 1943 kamen zwei jüdische Frauen in die Bäckerei und Marina gab ihnen ein Laib Brot. Später erkannten die Nazis die zwei geflohenen Frauen mit dem Brot in der Hand auf der Straße und erschossen sie. Danach gingen sie zu Familie Lubkiewicz, folterten Marina, Leon und Stefan über mehrere Stunden und erschossen schließlich auch sie. Die Leichen der Ermordeten lagen einen Monat auf der Straße, weil die Nazis verboten haben, sie zu beerdigen, als Warnung an alle, dass man Juden nicht helfen sollte.

Im Jahr 1997 wurden Marina, Leon und Stanislaw als „Gerechte unter den Völkern“ anerkannt. Im Jahr 2023 verlegte die Berufsschule Otto Schlein aus Magdeburg an der ehemaligen Bäckerei der Familie Lubkiewicz in Sadowne fünf Stolpersteine mit den Namen der ermordeten Familienmitglieder und der zwei jüdischen Frauen. Am 13.10.2026 putzten wir diese Stolpersteine, damit die Opfer nicht vergessen und in Ehren gehalten werden. Uns hat diese Geschichte emotional sehr mitgenommen, aber es ist wichtig, diese Geschichte weiterzuerzählen, damit sie nicht in Vergessenheit gerät und sowas nie wieder passiert.

Von Lisa, Celina und Emilia (Klasse 10e)